Opposition wird weggeätzt- im wahrsten Sinne des Wortes

In letzter Zeit werden in Russland immer wieder im breitesten Sinne des Wortes Oppositionelle -PolitikerInnen oder NGO-AktivistInneen- auf offener Straße angegriffen. Dabei werden sie mit “Brilliantgrün” begossen, einem leuchtend grünen, ätzenden und in den ex-sowjetischen Staaten sehr weit verbreiteten Antiseptikum begossen. Diese ist sehr schwer abwaschbar und kann bei Gelangen auf Schleimhäute (insbesondere Augen) zu schweren und schmerzhaften Verätzungen führen.
Der jüngste Angriff mit der Chemikalie ereignete sich am 27. April: Der mittlerweile wohl bekannste russische Oppositionspolitiker, Korruptionsbekämpfer und Blogger Alexei Nawalny wurde von Unbekannten in der Nähe des Büros seines “Fonds zur Bekämpfung der Korruption” (FBK) angegriffen und das Grün ins Gesicht bekommen, später stellten Ärzte eine Verätzung seines rechten Auges fest.

C-bTf3lXsAMZXS2.jpg large               (Quelle: Twitter von Alexei Nawalny)

Continue reading

Advertisements

Engste Verflechtungen von Staat und Kriminalität

“Luxushotels, Geschäfte mit Kriminellen und brutale feindliche Übernahmen – offenbar sind russische Staatsanwälte hochgradig korrupt. Konsequenzen haben die Beamten allerdings nicht zu befürchten. […]

“Für uns ist es die Geschichte über das Scheitern des russischen Staates, darüber, dass er in dieser Form den Menschen nicht dienen und seine Pflichten nicht erfüllen kann”, schrieb Nawalny in seinem Blog. Doch in Russland gab es kaum Reaktionen. Der Generalstaatsanwalt Tschaika dementierte alles einen Tag später, sein Sohn will gegen Nawalny vor Gericht vorgehen. Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow erklärte, im Kreml hätte man noch keine Zeit gehabt, den Bericht zu lesen. Strafrechtliche Konsequenzen oder Ermittlungen haben die Staatsanwälte und ihre Verwandten nicht zu befürchten.”