Das russländische Ermittlungskomitee befasst sich mit Ritualmordlegende

“Das Ermittlungskommitee wird eine psychologisch-historische [!!!] Expertise der Möglichkeit eines Ritualmordes an der Zarenfamilie durchführen.
Tichon Schewkunow, dem Vorsitzenden des Komitees der Untersuchung der sterblichen Überreste der Zarenfamilie [und angeblich dem geistigen vater Putins] zufolge[. werden die Ergebnisse der Untersuchung bald vorliegen. Die Anhänger der Ritualmordtheorie der Zarenfamilie weisen auf spezifische Zeichen auf den Wänden des Ipatjew-Hauses hin, wo der Kaiser erschossen wurde. Laut dieser Konzeption haben die Mörder ein mystisches Ritual durchgeführt, um in Person ihrer Opfer das orthodoxe Russland zu zerstören. […]”

Anscheinend sind dem Komitee die Jungs im Bundestag, oder aufmüpfige Regiesseure des Films “Mathilda” ausgegangen, sodass sie sich jetzt weiteren wichtigen Aufgaben und staatsgewährdenden Problemen widmen.
Dass dabei der vor hundert Jahren in monarchistisch-nationalistischen Kreise gängige Mythos, jüdische Bolschewiki hätten den russischen Zaren ermordet um Russland zu zerstören, aufgegrifen wird, ist für diese Menschen überhaupt kein Problem:

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(“Der Internationale geopfert”. Lenin ist in rot dargestellt, Trotzkij hält das Messer, Plakat aus dem Jahr 1919, Quelle: Artguide.com.

(Quelle des Textes: Echo Moskwy)

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“Patriarch Kyrill I. hat am Montag bei einer Rede an der Universität im kirgisischen Bischkek die Ehe für alle mit Gesetzen aus dem Nationalsozialismus verglichen. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Demnach würde die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht in vielen westlichen Ländern gegen das “moralische Wesen des Menschen verstoßen und daher Empörung hervorrufen wie Gesetze aus Nazi-Deutschland”, so Kyrill, der seit 2009 als Patriarch von Moskau das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche ist.

Der 70-Jährige behauptete ferner, dass in Ländern, in denen die Ehe geöffnet wurde, die Moral generell geschwächt werde. Deshalb gebe es viele Menschen, die genauso gegen die Ehe für alle rebellierten wie gegen “faschistische Gesetze oder gegen die Apartheid”. Er orakelte, dass Gesellschaften, die Schwule und Lesben trotz der Proteste aus dem Volk gleich behandeln, zusammenbrechen würden. Er glaube aber, dass die Ehe für alle nur eine vorübergehende Erscheinung sei.” (Quelle: Queer.de)

Naja, wie das Land, so auch das Kirchenoberhaupt.
Wobei es wahrscheinlich sinnlos wäre, vom ehemaligen KGB-Offizier Gundjaew (so der weltliche Nachname Kyrills) in seinem Leben “wahre christliche” Werte wie Demut, Offenheit, Toleranz u.ä. zu erwarten. So wird ihm ein großangelegter Handel mit als “Humanitärhilfe” ausgegebenen und daher von allen Steuern befreiten Zigaretten in den 90er Jahren nachgesagt. Er nennt eine Luxusjacht plus Villa am Schwarzen Meer, ein Bergdomizil in der Schweiz, mehrere Luxuskarrossen sowie eine teure Breguet-Uhr, die einmal unglücklicherweise vor die Objektive von Journalisten geriet und kurz nach der Veröffentlichung auf der Patriarchatswebsite wegretuschiert wurde, sein Eigen.

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Argumente gegen eine Übergabe der Isaakskathedrale an Russisch-Orthodoxe Kirche

Natalia Vvedenskaya Facebook January 14, 2017 I realize everyone is already sick to death of the topic of St. Isaac’s Cathedral, and that today is a weekend day to boot. But I’ve been mulling this text over in my head for three days and struggling with the desire to write it down. I’ve been persuading myself there […]

via St. Isaac’s Cathedral Belongs to All Petersburgers — The Russian Reader