Menschenrechtlerin über Homosexualität: “Das ist das Böse, mit dem jeder Tschetschene kämpfen wird.”

Cheda Saratowa, tschetschenische “Menschenrechtlerin” beim präsidialen Rat für Entwicklung der Zivilgesellschaft und Menschenrechte äußerte sich folgendermaßen zum Artikel der “Nowaja gaseta”, der sagte, in Tschetschenien würden bis zu 100 Homosexueller verhaftet und einige sogar ermordet werden:

“Ich kann keine Grenze ziehen, ich kann nur sagen, dass die Gesellschaft selbst das härteste Vorgehen gegen solche Menschen [Homosexuelle MTŽ] nicht verurteilen wird.
Ich denke, dass selbst wenn Verwandte so einen Menschen töten, sie alles unternehmen werden, damit es nicht publik wird. Und das ganze Gerichtssystem und die Organe [gemeint ist die Polizei/der Geheimdienst] werden dafür Verständnis haben, was in dieser Familie geschehen ist. Werden keine großen Anstalten machen, diese Person zu schützen. An mich wurden bislang keine Bitten gerichtet, aber ich würde ihnen auch nicht nachgehen. […]
Ich bin eine Tschetschenin, lebe in dieser Gesellschaft und das was sie sagen ist schlimmer als Krieg. Wenn wir heute die Augen verschließen, bin ich mir sicher, dass unsere Gesellschaft auseinander fallen wird und das darf man auf keinem Fall zulassen.
Ich versichere ihnen, in unserer tschetschenischen Gesellschaft wird ein Mensch, der Respekt vor sich, vor Traditionen und Bräuchen hat, von sich aus, ohne irgendwelche Strukturen solche Menschen verfolgen und alles dafür tun, dass solche Menschen in unserer Gesellschaft nicht mehr vorhanden sind. Das ist das Böse, mit dem jeder Tschetschene kämpfen wird.”

Was sich zunächst wie ein besonders unethischer und zynischer Aprilscherz liest, verwundert beim zweiten Hinsehen nicht sonderlich (leider): Wie der Präsident Ramsan Kadyrow, so auch sein Rat für Menschenrechte, möchte man fast sagen.

Update: Ramsan Kadyrows Pressesprecher Alwi Karimow bezeichnete die Vorwürfe als Lüge- es gebe in Tschetschenien schlichtweg keine Homosexuelle, aber “Wenn es in Tschetschenien solche Menschen geben würde, dann würde die Polizei gar keine Sorgen mit ihnen haben, die Verwandten würden sie schon dorthin schicken, woher es keine Wiederkehr gibt.”

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